Rassebildbeschreibung des Bernhardiners
aus der Sicht, von Wilhelm Friedrich BLOCK (Stand 2006)
Von dieser Stelle aus darf ich Ihnen heute meine für Sie, hier seit Jahren kurz zusammengefassten international gemachten Erfahrungen von/an Bewertungsveranstaltungen gesammelt darlegen. Ich habe mich hier ausschließlich auf den kynologischen Teil konzentriert.
Wir, die „NEUE ZUCHTGENERATION sind uns einig darüber, dass in der St. Bernhardszucht die beiden sogenannten Linien „Zucht“ und „Umweltausbildung“ zusammengeführt werden müssen, und dass die genetisch gut veranlagten St. Bernhardshunde (nationale/internationale Auslese) gefördert werden müssten.
Seminare/Schulungen von beruflichen Tierärzten –und/oder Tierärzteorganisationen, werden meist vom Rednerpult aus gesteuert und geführt. Zur vorsorglicher Qualitätssicherung/Gesundheitsscheck kann der Tierarzt aus vorgelegten Auswertungen bzw. Anwendungen diese naturgemäß seinen Seminarteilnehmern wiedergeben. In den seltensten Fällen sind diese weder kostenlos noch vereinsintegriert.
Bei der praxisangewandten „Qualitätssicherung“ fängt bei mir der Experte in einer Gemeinschaft an, der diese an Hund und Führer mit eigenen und Fremdhunden bzw. auch vermittelnd an Hundführer –oder Züchter demonstrieren und auch aufzeigen kann (als Züchter dessen nachweisliche Zuchterfolge und eigener Aktivnachweis).
„Besorgniserregend für mich entstehen immer mehr Unterabteilungen und Führungspositionen, die oftmals von den Mitgliedern besetzt werden, die schon längst gerne ein Verwaltungspöstchen in einem Verein innehätten.“
Die Zuchtlenkung und die Herausgabe von Zuchtrichtlinien gemäß den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sollten nur von nachweislich Erfahrenen in Zucht, Umweltausbildung und geg. Vereinswesen ausgeführt werden. Dies kann nur von einer zuchtbuchführenden Vereinigung kommen, die von Könnern - wie in der freien Wirtschaft - verwaltet und geleitet wird.
Jedoch in der Ära des alten und neuen amtierenden Präsidenten sowie des ehemaligen Zuchtobmannes wurden Fehler gemacht und einen „Stammtischverein“ mit großen Problemen hinterlassen. Es sollte/müsste jetzt gemeinsam wieder dafür gesorgt werden, dass der St. Bernhardshund der repräsentativste Hund der Welt ist/bleibt.
Über die Bedeutung der Mutterlinie in der Bernhardinerzucht wird sehr wenig gesprochen, sowie über die Notwendigkeit einer harten Selektion, aber auch über die Beeinflussung durch die Umwelt. Besonders wurde/wird meinerseits längst auf die große Gefahr des “Hinwegzüchtens von Nichtsichtbarem“ hingewiesen. Dies gilt besonders bei den möglichen hochbewerteten Rüden/Hündinnen, da deren Qualitäten erst nach dem 3., 4. oder späteren Lebensjahr gesichtet werden können. Indessen kann die Selektion bei Hündinnen bereits im 2-Jahres-Rhythmus erfolgen, jedoch kann dies realistisch bei wirklich fertigen Rüden erst in einem 4-Jahres-Rhythmus erfolgen.
Die von mir z. B. seit Jahren beobachteten Ausstellungen, die ich für mich in Kurzdokumentationen zusammengefasst habe, hinterließen bei mir keine zukunftsweisende eindrucksvolle Bilder hinsichtlich unserer Rasse und stellt nicht gerade eine vorzügliche kynologische Tätigkeit der Züchter und Aussteller dar. Wir haben eine Qualität an Hündinnen, die sich äußerst unterschiedlich und nicht wie es normalerweise rassespezifisch sein soll, eine Einheitlichkeit im Typ darstellt. Auch der korrekte Gesamtaufbau und die Ganganlagen sowie fehlende Trockenheit und Festigkeit sollte mehr in Augenschein genommen werden. In mehr als einem Fall wurden mehrmals allerdings starke Einschränkungen verschiedentlicher Art schlichtweg bei Bewertungen weggelassen bzw. blieben unberücksichtigt.
Hier wäre ganz klar aus meiner Sicht längst Handlungsbedarf angesagt. Dabei müsste in Generationen gedacht werden, jedoch kann von Bernhardinerzüchtern nicht abverlangt werden, dass sie kurzfristig auf das vorhandene Zuchtmaterial verzichten. St. Bernhardszüchter müssten/sollten die Möglichkeit haben, sich mittelfristig auf klare/neue Vorgaben einzustellen. Ich bin mir sicher, die Einsicht und das Gegenwirken der Züchter würde/wird im Ergebnis zumindest eine Stagnation bedeuten. Ich könnte mir vorstellen, dass in einem von z. B. 2 Hundegenerationen-Zeitraster, die Quantitäten der Fehler erheblich zurückgefahren werden könnten. Kein Züchter bräuchte kurzfristig auf sein Zuchtmaterial zu verzichten und es wäre genügend Zeit, dass klar ausgewiesene Fehler in die künftigen Zuchtplanungen mit einzubeziehen sind.
Immer in dem Bewußtsein, dass in den 4 Jahren noch konsequenter beurteilt wird und keine Zugeständnisse von den Ausstellungsrichtern und Körmeistern erwartet werden dürfen. Für die “Qualitätssicherung“ wären dann die Ausstellungsrichter und Körmeister verantwortlich und zuständig.
Ich bin überzeugt, dass unsere Züchter auf freiwilliger Basis, der Grundlage der Eigenverantwortung unserer Rasse gegenüber weg von den „Mängeln“ zur Erhaltung der Qualitätssicherung, Konditionierung usw… unserer St. Bernhardshunde in der Lage sind.
2. Pigmentierung
Auffallend und dies bei den Hündinnen deutlich mehr als bei den Rüden, ist die nachlassende Pigmentierung am ganzen Körper. Besonders auffällig, viele Hündinnen mit z.B. „verwaschener“ Decke und einer Krallenfärbung, die man höchstens, um bei dem Vokabular einer Zuchtzulassung zu bleiben, als „zu beachten“ bezeichnen kann. Auch hierüber sollte mal nachgedacht werden, sinngemäß wie bei der Größe, ohne Sofortmaßnahmen, müssen/sollten auch diese kleinen Probleme zunächst in die Verantwortung der Züchter gelegt werden.
3. Vorhand
Bei den Betrachtungen der Vorhand konzentriere ich mich seit Jahren sehr stark auf die Länge und Lage des Oberarms und focusiere diesen Teil der Vorhand zum Schwerpunkt der Aussagen bei den Kommentaren auf Schauen. Dies ist zweifelsfrei wichtig und von relevanter Bedeutung. Eine Verbesserung in diesem Bereich, ich konkretisiere, eine entscheidende Verbesserung in diesem Bereich ist in den letzten Jahren aus meiner Sicht nicht eingetreten
Ich bezweifle, ob wir bei der oftmals negativ beschriebenen Struktur des Oberarmes, zeitnah auf einen durchgängig langen, im ausgewiesenen Grad Winkel eingelagerten Oberarm kommen werden, den wir alle wünschen und den unser Standard auch vorgibt.
Etwas zu kurz kommt bei der Beurteilung die Vorhandstruktur des Schulterblatts. Meist überhaupt nicht in den Berichten der Hauptveranstaltungen wie z. B. „Forum“ erwähnt, verfügen unsere Hunde zum größten Teil über eine korrekte Schulter, die als Regulator im Bewegungsablauf positiv auf die oftmals eingeschränkte Oberarmstruktur wirkt. Die Beschaffenheit der Schulter unserer Rasse sollte/muß als äußerst bedeutungsvoll erhalten bleiben. Dies bedarf der weiteren Beobachtung auch der Population durch Züchter, Bewehrter, Richter und Körmeister.
4. Stabilität der Hinterhand (Hündin)
Sicherlich ein relevantes Problem was die Mehrheit der vorgeführten Hündinnen betrifft. Trotzdem waren in mehr als Einzelfällen Festigkeitsmängel und unkorrektes Treten von hinten gesehen feststellbar. Vornehmlich die gewinkelte Hinterhand mit relativ engem Unterschenkel und schmaler wenig bemuskelter Keulenbildung führen zu einer solchen mangelnden Festigkeit, z. B. der Sprunggelenke. Die Steigerung des von mir hier angesprochenen Kriteriums ist die Instabilität der Hinterhand, eine aus meiner Sicht unvorstellbare Einschränkung.
Deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit, dass auf die Stabilität und folglich die Funktionsfähigkeit der Hinterhand besonderen Wert zu legen ist und mehr beachtet werden müsste.
In Zusammenhang mit der Beurteilung der Hinterhand ist mir ebenfalls in mehr als Einzelfällen, das Tragen von leblosen oder fast leblosen Ruten aufgefallen. Eine äußerst bedenkliche Feststellung, da dies die ersten Anzeichen einer GAUDA-EQUINA-Erkrankung (CES) sein könnte. Mit diesem Thema sollten/müssen wir uns in nächster Zeit tiefer auseinandersetzen.
Um eine Verbesserung zu erreichen, muss/sollte in den Gremien ohne Emotionen eine Sachdiskussion stattfinden, mit dem Ziel der besseren Darstellung unserer Hunde in der Öffentlichkeit, ohne dabei auf Qualität zu verzichten.
Wir können nicht mehr vom repräsentativsten Hund der Welt sprechen, wenn unsere Hunde, aus welchen Gründen auch immer, das Ziel bei der Beurteilungsaufzeichnung von Mängel –und Qualitäten auf unseren Spezialzuchtschauen vor den Augen der kynologischen Fachwelt uns nicht erreichen. Dem Imageverlust unserer St. Bernhardshunde der letzten Jahre und dem Unmut müsste mit Nachdruck entgegen gewirkt werden.
Ich kann Ihnen versichern, dass ich die verschiedenen Rasseunterschiede aus eigenen Praxiserfahrungen kenne und insbesondere die der Bernhardiner ist mit keiner anderen Rasse vergleichbar. Bei Umwelt –und Gehorsamsarbeiten mit St. Bernhardshunden müssen gerade Jung-Hundeführer sehr erfahren sein (möglichst keine Fachtheoretiker) um bei Ausstellungen bzw. Repräsentationen die konzentrierte Aufmerksamkeit des Hundes abzuverlangen, so dass dieser dem Bewertungsrichter bei der Standbewertung seine Hundedominanz erfolgreich darstellt.
Wie gewohnt werden alle sachbezogenen Anfragen von mir gerne beantwortet.
Als Bernhardinerhalter oder Züchter, würde mich auch Ihre persönliche Erfahrung/Erlebniss/Meinunge/Anregung usw…, rund um den Bernhardiner schon interessieren. Sie brauchen keine Scheu zu haben, auch ich koche nur Wasser. Wenn auch Sie etwas zu meckern haben oder Sie etwas bewegt und Sie vertraulich etwas veröffentlicht haben wollen (vermerken) so wäre ich Ihr Ansprechpartner. Dass ich die Sprache der Basis nicht verloren habe und den Einen oder Anderen verstehen kann, zeigen vereinzelte hergeleiteten Aufzeichnungen bzw. Fragen.
NEUE ZUCHT GENERATION ///// MITMACHEN LOHNT SICH - MEHR DENN JE!
Ihr Wilhelm BLOCK
