Mein Praxisreferat über das Thema Angst bei St. Bernhardshunden

Was tun, wenn der Hund Angst hat?
wie mit furchtsamen und traumatisierten St. Bernhardshunden umzugehen ist. Ein gewaltfreies und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Tier und Mensch. Wenn man nicht von St. Bernhardshunden sprechen würde, könnte man meinen, man spreche von Therapieerlebnissen mit Menschen. Die Welpen werden häufig in Watte gepackt, in der Pubertät spielen die Hormone verrückt, und „Familiengruppen“ hatte ich auch schon betreut. Doch als gepr. Umwelt •und Großhundeausbilder, hatte ich schon häufig Thementage organisiert zu Ängsten und Traumata bei Großhunden.

Interessierte Hundebesitzer kommen an diesen Tagen. Für mich ist eine geringe Anzahl an Besuchern nichts Ungewöhnliches. Angst ist ein ganz spezielles Thema. Wenn man dagegen über Körpersprache und Kommunikation erzählt, kommen die Menschen in Scharen. Ernüchtert stellt man fest, dass viele Hundebesitzer es anscheinend dramatischer finden, wenn ihr Hund beißt, als wenn er sich vor lauter Angst verkriecht. Es scheint wie bei den Menschen zu sein. Diejenigen, die laut auf sich aufmerksam machen, werden eher beachtet als die Stillen, die sich zurückziehen.

Ziel ist es, ein harmonisches Miteinander von Mensch und Hund zu erzielen, ohne auf die häufig üblichen Drillmethoden zurückzugreifen. Drei Stunden Theorie vor interessierten künftigen Hundehaltern, Jungzüchtern und Publikum. Im ersten Teil geht es zunächst um Begriffsbestimmungen, Ursachen und Symptome der Angst bei Hunden, während der zweite Teil ganz praktische Tipps und Therapiemöglichkeiten zum Inhalt hat. Fragen vom interessierten Publikum nehme ich immer gerne auf. Auch kann man den einen oder anderen Hundebesitzer beruhigen.

Bereits vor etwa 30 Jahren habe ich das erkannt und eine Ausbildungsphilosophie auf orientiertes Führungssystem umgestellt und inzwischen sind viele Ausbilder/Trainer/Richter mit ins Boot dazugekommen.

Jeder Hund hat eine eigene Persönlichkeit, und darauf müssen die Hundebesitzer eingehen. Bei meinen Besuchen bei Hund und Halter lege ich genau darauf großen Wert und versuche dies auch immer in meinen Gesprächen bzw. am Ausbildungsort zu vermitteln.

Anschaulich und über Ursachen und Symptome der Angst bei Hunden berichte ich immer wieder. Dass Hunde zuweilen Angst vor Geräuschen wie Gewitter, Feuerwerk oder Staubsaugern haben, ist nicht ungewöhnlich. Aber auch Stress oder negative Erfahrungen können zu Ängsten führen. „Stellen sie sich vor, ein Dackel-Welpe trifft auf einen Jungbernhardiner, natürlich hat der kleine Hund Angst“. Das ist vergleichbar mit der Situation, wenn ein Mensch auf einmal einen übergroßen Menschen in seinem Garten sähe. „Dem bieten sie auch nichts an“, ich möchte hiermit die Situation aus Sicht des Welpen verdeutlichen und beschreiben. Doch beim richtigen Umgang des Junghundehalters könne durchaus erreicht werden, dass sich der Welpe zu einem ganz normalen Hund entwickelt. Das sollte das Ziel von Ausbildern bzw. Hundetrainern sein, artgerecht und gewaltfrei zu einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Mensch und Hund zu gelangen. Beobachten konnte ich, wie bei der Ausstellung in Jettenbach z.B. bei mehr als einem Hund bei der Zahnkontrolle versucht wurde, von drei Seiten beruhigend auf die Hunde einzuwirken. Wenn jedoch der Hund es nicht gelernt hat, zu seinem Führer ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und solche Situationen kennt, glauben Sie doch nicht, dass fremde Personen (Richter/Schriftführer usw.) einen solchen Hund eingeengt dazu motivieren können bzw. beruhigen können.

Es reicht bei Gott nicht aus zu sagen, meine Zucht •und Hundehaltung ist liebevoll und „Artgerecht“ sprich im Haus und Garten integriert. Welches Wissen um den Hund soll denn Ihrer Meinung nach an die interessierte Junggeneration weitergegeben werden, wenn wirklich natürliche kleine Repräsentationsansprüche von Altgedienten nicht bzw. begrenzt vorgelebt werden können.

Zum Nachdenken:
Der Hund zeigt von sich aus Naturverhalten, er kann nichts falsch machen. Fehlverhalt spiegelt nur das seines Führers wider. Die Mehrzahl der Bernhardineraussteller gibt bei der Ausstellungsrepräsentation das Spiegelbild ihres eigenen Fehlverhaltens an den Hund wider. Der Hund repräsentiert und zeigt das, was du aus ihm gemacht hast. Um die Formwertbeurteilung des Richters brauchst du dich auch nicht zu kümmern denn an der Anatomie kannst du nichts verändern. Ein gut geführter und natürlich konzentriert gestellter Ausstellungshund wird immer mit Vorzugsplatzierungen prämiert.

Verantwortungsträger sollten sich einmal die Mühe machen und Ausstellerkollegen bei Ihren Vorführungen zu filmen um künftige Repräsentationsverbesserungen möglich zu machen. Ich garantiere Ihnen einen Diskussionsnachmittag rund um den Hund wie Sie ihn schon lange nicht mehr erlebt haben.

Merke:
Eine Entscheidungsfindung wird immer aus der Sicht des Spezialzuchtrichters erstellt.

Für mich persönlich ist der Bernhardiner ein Hund der besonderen Art. Er ist kein Schäferhund und der Schäferhund ist kein Bernhardiner. In meiner 45- jährigen aktiven Hundlerlaufbahn habe ich viele Rassen (Schau • Leistung) geführt. Der Bernhardiner ist mit keiner anderen Rasse gleichzustellen und die herkömmliche Übungsplatzausbildung kann hier nicht angewendet werden.

Ich versuche realistisch rassedienlich zu sein und den weltweit repräsentierfähigsten Hund so zu präsentieren. dass die Verbundenheit zwischen Hund und Führer von außen auch sichtbar wird. Denn man soll nicht der Annahme sein, dass die geschichtlichen Heldentaten des Bernhardiners ohne Wesensstärke und Leistungskraft erbracht werden konnten und heute noch vererbbar wären. Mir bricht mitunter das Herz wenn ich sehen muss wie junge Bernhardiner teilnahmslos, ängstlich und scheu vorgestellt werden. Man muss feststellen, dass Erstplatzierte der Annahme sind, sie hätten etwas erreicht. Es wurde lediglich eine Formwertfeststellung der Anatomie erreicht, wozu man das gewisse Glück braucht, solch einen Hund an der Leine zu haben. Ich wünsche mir künftig praxisbezogene Hundeführer mit Erfahrungswerten einer vorgelebten Zucht um festzustellen bzw. darüber nachzulesen welche Zuchtverbesserungen erreicht wurden.

Hr. Rudolf Thomann (CH, Schweiz, Geschäftsführer) unter
www.fondation-barry.ch zeigt mit Vorbildfunktion
rassedienliche Repräsentationen

VDH - Hundeführerschein - Prüfer


(AUSBILDER ZUM HUNDEHALTER • SCHAUTRAINER)
Lizenziert: Trainer, Obedience, Agility,
seit gepr. RTHF (1967)


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