Hunde brauchen Hunde

Auch Vierbeiner wollen mal unter sich bleiben. In der Umfrage zeigt sich, dass viele Hundehalter diesem dringenden Bedürfnis ihres Hundes nachkommen. Sie gestatten ihm den regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Über die Hälfte aller Hundehalter geben an, mindestens einmal wöchentlich mit anderen Hundehaltern spazieren zu gehen (51%), jeder Fünfte tut dies sogar täglich (19%). Gut die Hälfte aller Hundehalter nimmt sich dafür über eine Stunde pro Tag Zeit (53%). Andererseits sagt jeder dritte Hundehalter, dass er sich selten oder gar nicht mit anderen Hunden bzw. deren Haltern verabredet (37%).

Interessanterweise geben gleichzeitig 86% der Hundehalter an, dass ihr Hund ausreichend soziale Kontakte mit anderen Hunden hat. Lediglich 14% meinen, dass es daran mangelt. Als Ursachen für fehlende Kontakte zu Artgenossen nennen die Befragten vor allem Leinenzwang (25%), aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden (23%) und Angst, dass der eigene Hund gebissen wird (15%). Weitere 15% der Hundehalter äußern, dass sie einen Kontakt ihres Hundes mit anderen Tieren einfach nicht wollen.

Expertenaussagen
In diesen Fällen sind dem Hundehalter wie dem Gesetzgeber, der den ungezwungenen Kontakt unter Hunden durch Leinenzwang unterbindet, wesentliche Versäumnisse (wie die der Standard –Bernhardinerführungsverantwortlichen, insbesondere dem Zuchtobmann und deren Kommission) vorzuhalten.

Denn Experten sind sich einig:
Hunde sind zwingend auf das Miteinander mit Artgenossen angewiesen. Wenn sie kaum ohne Leine mit anderen Hunden spielen können, entwickeln sie Verhaltensunsicherheiten. Manchmal verhalten sie sich dann anderen Hunden gegenüber aggressiv und sind auch im Umgang mit Menschen auffallend verunsichert. Denn ohne Kontakt von Hund zu Hund können die Tiere ihr Verhaltensrepertoire nicht voll entfalten und die Vielfalt der hundetypischen Ausdrucksformen einüben.
Hundehalter müssen wissen, dass selbst ein noch so intensives Miteinander und Spiel zwischen Mensch und Hund den Kontakt zu Artgenossen nicht ersetzen kann. Hunde, die nicht regelmäßig mit anderen Hunden spielen, haben eine mangelhafte soziale Kompetenz. Die Möglichkeit, mit anderen Hunden in Kontakt treten zu können, gehört daher zu einem zentralen Bedürfnis der Natur des Hundes. – und ist eine nicht unwesentliche Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander von Hunden und Menschen.

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