Grundlagen und Fortschritt
Grundlagen und Fortschritt
Bernhardinerzucht, was nun?
Warum züchten Menschen? Die Evolution, die natürliche Zucht, ist zwar gnadenlos, dafür aber unendlich langsam. Mit gezielter Zucht lässt sich eine Rasse verbessern, aber auch verschlechtern. In der Vergangenheit war Zucht eine Notwendigkeit, heute teilweise ein Hobby.
Warum also wird gezüchtet?
Und wer züchtet? Die einen haben viel Freizeit und möchten sie ausfüllen. Andere für ihr eigenes Ego. Die Nächsten, um Geld zu verdienen. Doch wie viele Züchter haben Träume und Ideale? Wie viele wollen aus Idealismus einen guten Hund züchten?
Bernhardinerzüchter & Halter
Die Entwicklung in der Welpenzeit und während der Jugend des Hundes hat eine enorme Bedeutung im Hinblick auf seine spätere Verträglichkeit gegenüber dem Menschen, anderen Hunden und Tieren. Diese Sozialisation muss daher bereits beim Züchter beginnen und vom späteren Besitzer konsequent weitergeführt werden. Fehlen die entsprechenden sozialen Reize oder werden diese nur reduziert angeboten, führt das in der Regel zur allgemeinen sozialen Unsicherheit sowie Umweltunsicherheit des betroffenen Tieres. Dieses kann sich in übersteigerter Ängstlichkeit oder mangelndem Lernvermögen äußern. Die Stresstoleranz ist meist niedrig und gerade aus solchen Hunden können die sogenannten “Angstbeißer” entstehen. Auch innerhalb des gemischten Rudels mit Menschen können Probleme auftreten. Hunde, die die Kommunikation nicht ausreichend gelernt haben, können auch hier mit Aggressionsverhalten negativ auffallen und für “ihre” Menschen
gefährlich werden.
Genau wie bei den sozialen Reizen kann das Fehlen von Umweltreizen in der Junghundentwicklung gravierende Folgen nach sich ziehen; Furcht oder gar Panik im Straßenverkehr sind ebenso Beispiele, wie anhaltendes Kläffen, wenn der Hund allein ist.
Es ist daher wichtig, dass Hunde bereits ab dem Welpenalter an viele Reize unserer Zivilisation gewöhnt werden und diesen sozialen Umgang mit Menschen und Artgenossen erlernen. Eine zu frühe Trennung von Mutter und Wurfgeschwistern kann zu einer einseitigen Prägung auf den Menschen führen. Solche Hunde haben später meist ständig Konflikte mit Artgenossen und reagieren ihnen gegenüber aggressiv; aber auch für Menschen sind sie eigentlich aufgrund der mangelnden Frustrationstoleranz keine angenehmen Sozialpartner.
Gerade dem Besitzer des Junghundes kommt eine besondere Verantwortung zu Erschafft die Voraussetzungen für das spätere Zusammenleben mit dem Hund. Die Gewöhnung an die unterschiedlichsten Alltagssituationen an verschiedenen Orten (Park, Fußgängerzone, Bahnhof, etc.) sind dabei eben so wichtig, wie das Herbeiführen der verschiedenen sozialen Komponenten Neben den Mitgliedern der eigenen Familie sollte dem Hund jeder erdenkliche Kontakt mit ihm fremden Personen ermöglicht werde.
Um den Hund im innerartlichen Sozialverhalten sicher zu machen, müssen dem Vierbeiner auch hierfür die entsprechenden Angebote gemacht werden. Sogenannte Welpenspielgruppen bieten eine Möglichkeit mit annähernd gleichaltrigen Hunden soziale Verhaftensweisen zu trainieren;
aber auch der Kontakt zu erwachsenen Artgenossen ist wichtig für, dieses Lernen für die Zukunft.
er ist ein Spiegelbild Deiner Persönlichkeit!
Wesensgrundlagen und Wesenseigenschaften des Hundes
Grundlagen der Wesensbeurteilung (Verhaltensprüfung?)
Unter dem Wesen eines Hundes verstehen wir:
Die Gesamtheit aller angeborenen und erlernten körperlichen und seelischen Anlagen, Eigenschaften und Fähigkeiten, die das Verhalten des Hundes zu seiner Umwelt bestimmen und gestalten.
Umweltverhalten
Das Umweltverhalten offenbart das Wesen des Hundes und macht es für uns sicht- und deutbar.
Dabei ist folgendes unbedingt zu beachten:
* Der Hund kann keine vernünftigen
* Überlegungen (menschliches
* Denken) anstellen.
* Lernprozesse!!!
*Der Hund kann keine logischen Schlussfolgerungen ziehen. Er besitzt nur sogenannte Verknüpfungsbegabung von lustvollen und unlustvollen UMWELTEINFLÜSSEN!
Der Hund besitzt keine ethisch -moralischen Motive im menschlichen Sinne. Das Handeln des Hundes entspricht dem typisch hundlichen Wesen, der Trieb-und Instinktveranlagung.
Bestimmung des Umweltverhaltens - Unterscheidung:
a ) Angeborene
Wesenseigenschaften - Genotyp-sind in der Erbmasse verankert. Können weitervererbt werden!
Angelernte
Wesenseigenschaften - Phänotyp -Persönlicher Erfahrungsschatz des Hundes je nach Alter und Entwicklungsstufe, der durchaus wesensprägend werden und angeborene Eigenschaften überdecken kann. Können nicht weitervererbt werden!
Wesensgrundlagen
Beim Hund werden 3 Wesensgrundlagen unterschieden:
a ) körperliche Konstitution
(= Leib im menschlichen Sinne)
b ) Trieb- und Instinktveranlagung
(= Seele im menschlichen Sinne)
c ) Leistungsfähigkeit des Gehirns
(= Geist im menschlichen Sinne)
Körperliche Konstitution
Bau und Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates, der innere Organe, der Sinnesorgane, des übrigen Nervensystems, vorab des Zentralnervensystems, im speziellen des Gehirn Reaktionsbereitschaft, Leistungs-und Anpassungsfähigkeit Wesensgrundgefüge, d.h. der individuell erworbene Erfahrungsschatz
Trieb- und Instinktveranlagung
Triebe wurzeln in körperlichen Gefühlen z.B. Hunger, Durst, Muskelkraftgefühl, Sexualdrang, Angst usw. oder in besonderen psychologischen Situationen und seelischen Spannungen z.B. Beziehung zu Feind, Freund, Rivalen, Geschlechtspartner, Beuteobjekt. Diese Gefühle -Empfindungen lösen Grundstimmungen aus, die nach Befriedigung drängen. “Schlüsselreiz” erfolgt durch sogenannte Auslöser, geruchliche, optische oder akustische Einflüsse. Damit werden verschiedene Triebhandlungen ausgelöst.
Züchten heißt, den Durchschnitt der Rasse zu verbessern?
Wie viele verschlechtern stattdessen die Rasse? Nach welchen Kriterien soll man züchten? Nach Punkten, Blutlinien, dem Gefühl, den Verbandsrichtlinien oder der Mode (Markt)? Allein der Gedanke, dass es Züchter gibt, denen z.B. die Farbe eines Hundes wichtiger ist als seine artgerechten - Leistungs -Verhaltenseigenschaften, ist irrsinnig.
Für jemanden, der ernsthaft züchten will, lohnt es sich, einmal zur Nutztierzucht zu schauen. Leistungskühe, die viel Milch geben, liefern kein Fleisch. Fleischhühner liefern wenig Eier, und die vollmilchgebende eierlegende Sau gibt es auch nicht.
Beim Schwein ist hohe Fleischproduktion mit schlechter Fleischqualität gekoppelt. Dabei forschen ganze Armeen von Wissenschaftlern in der Nutztierzucht. Die Hundezüchter sind meistens auf sich allein gestellt.
