Der HUND und die MENSCHWERDUNG

„Durch den Verstand des Hundes wurde die Welt erobert,
und durch den Verstand des Hundes besteht die Welt“

so sprach ZARATHUSTRA in seinem heiligen Buch dem ZEND AVESTA, Anfang des ersten Jahrtausend vor Christus.

In Hunderten von Mythen und Legenden wohnt das Wissen um den Hund, der Mensch jedoch hat den eigentlichen Sinn und die Ethik vergessen und erzählt sie heute so wie Märchen Und doch, viele Völker glaubten einst, dass sie von Hunden abstammen und waren stolz darauf, wie zum Beispiel das deutsche Königsgeschlecht der WELPEN die nach einer Sage von einer hündischen Urmutter stammen, die Ihrem Manne junge Hunde geboren hatte, WELPEN eben, die in Wirklichkeit kleine Menschenkinder waren Man denke auch an REMUS und ROMULUS, die von einer Wölfin genährt und aufgezogen wurden.

Es war einst gar nichts besonderes wenn Menschenkinder von Hündinnen gestillt wurden. Bis in die Neuzeit, selbst auf fürstlichen Höfen, war es nicht unschicklich Hundekinder an die Brust zu nehmen und saugen zu lassen, wenn zu grosser Überfluss an Milch da war oder auch aus anderen Gründen. Bei den Naturvölkern geschieht dies heute noch, da ist die Kluft noch nicht zwischen und Tier.

Überlegen wir uns einmal Wie und wann ist der Mensch auf den Hund gekommen“ Gebe es heute überhaupt die Menschheit, wenn es den Hund nicht gäbe?

Die Frage Ist mehr als berechtigt, man versetze sich einmal
in die Zeit der “Menschwerdung.“

Dem Urmenschen war ein jedes Tier überlegen, Er hatte nicht das wärmende Fell der Tiere, er konnte nicht so weit sehen wie diese, auch nicht so weit hören und könnte nicht besonders gut riechen. Selbst das scheue Reh war besser für das Überleben gerüstet, als der Urmensch.

Der Schöpfer hat aber dem Menschen einen Schutzengel beigegeben, den HUND. Immer und überall war der Hund auf Steinwurfnähe bei dem Menschen und ernährte sich kärglich von dessen Essenresten. Der Mensch lernte den Hund zu dulden, weil er ihm nutzte und lehrte. Fast überall wo die Gelehrten die Knochen früherer Menschen ergaben, finden sie daneben die Skelette seiner Hunde. Anfangs mit gespaltenem Schädel, weil der Mensch das warme Gehirn verzehrte. Später jedoch nicht mehr. weil dieser in der Folgezeit den Hund bewunderte und verehrte.

Der Urmensch war SAMMLER, er ernährte sich in den unwegsamen Steppen und Wäldern von Wurzeln, Gräser, Beeren und von Kleintieren, die er greifen konnte, wie Igel, Schlangen u.a.m., dabei ständig in Angst selbst eine Beute wilder Tiere zu werden. Im Gestrüpp konnte der Tiger lauern, im Felsen der Bär im Hochgras der Wolf, aber überall war sein Schutzengel, der Hund. Dieser warnte ihn vor Gefahren und verteidigte ihn beim Angriff. Wie beruhigt konnte da der Urmensch nachts schlafen hoch oben im Baumwipfel oder Im Erdloch oder in der Höhle. Verwundert es da nicht, das der Mensch in dem Hund etwas ÜBERSINNLICHES, später sogar etwas GÖTTLICHES sah?

Das Erste das der Hund dem SAMMLER Mensch lehrte, war die JAGD. Voll staunen sah der Mensch, wie seine Hunde Tiere mit dem wohlschmeckenden Fleisch erjagten. Ein Hund trieb das Tier bis zum nächsten Bach oder einer anderen beschwerlichen Stelle, wo der zweite Hund wartete und das ermüdete Tier riss. Verwilderte Haushunde jagen heute noch so.

Voll Staunen sah aber auch der Mensch wie die Hunde grosse Tiere, wie einen Keiler oder einen Bären angriffen. Dies versuchten sie aber nur dann, wenn sie in der Meute waren und sie siegten immer. Die Hunde nahmen sich - wie heute noch üblich - ihr WEIDRECHT, den Hauptanteil hatte der Mensch.

So lehrten die Hunde dem Menschen die Treibjagd auf das schwächere Tier und die Hetzjagd auf das stärkere Wild. Das war ein großer Schritt in der Entwicklung der Menschheit - der Gejagte ist zum JÄGER geworden. Der Sammler, den der Zufall verpflegt hatte, wurde zum planenden Erbeuter, zum Jäger, zum denkenden Menschen!

Wir wissen von den Naturvölker Afrikas und von den Nomaden, aber auch aus der Geschichte, dass Veränderungen des Klimas, der Tierwelt, des Pflanzenwuchses die Menschen zu weiten Wanderungen zwangen. So war es auch In der Urzeit, aber auch der Schutzengel HUND war immer dabei. Er entdeckte als erster die Gefahren, die im noch unbekannten lauerten und half sie abzuwehren; er wusste die wildreichen Stellen und die Wasserläufe zu finden; er hielt die Sippe - immerfort umkreisend - zusammen auf den weiten, beschwerlichen Wegen.

Der Hund sorgte, jagte und kämpfte für den Menschen; ja der Hund lernte sogar eine eigene Sprache das BELLEN, um den Menschen zu warnen, zu rufen, zu schmeicheln, zu bitten. Heute noch, wenn Hunde verwildern, verlernen sie das Bellen und heulen wie die Verwandten, die Wölfe, Schakale und Hyänen. Man denke da an die Kettenhunde, die den Mond anheulen.

Aber zurück zum Anfang der Menschheit, wo der Hund dem Menschen SCHUTZENGEL und LEHRMEISTER zugleich war. Man stelle sich vor: die Hunde stiessen auf ihren Streifzügen auf weidende Wildschafe oder Wildrinder und trieben diese dem Menschen zu. Da sie nicht sogleich verzehrt werden konnten, nahm man sie lebendig mit. Dies konnte man aber nur, weil der Hund sie zusammenhielt, wie er auf der Wanderung die Menschensippe zusammenhielt. Heute noch richtet ein Schäfer nur mit einem Hund mehr aus, als zwanzig Hirten ohne Hund.

Ein neuer, großer Abschnitt der Menschheit wurde erreicht:
der SAMMLER Mensch wurde zum JÄGER und zum HIRTEN und dies wieder durch den Hunden, dank ihrer Liebe zu den Menschen!

Durch die mitwandernden Herden war der Mensch gezwungen irgendwo auf einer fetten Weide, in einem geschützten Tal oder schützendem Wald zu halten. Als jedoch der wandernde Hirte feststellte, dass die Wiesen durch den Dung seiner Tiere fetter wurden, blieb er länger und wurde so sesshaft. Er fing an den Samen der nahrhaften Gräser und Früchte zu säen und zu ernten. Bald lernte er auch ein schützendes Haus zu bauen. Der Mensch brauchte nicht mehr nur auf Nahrungssuche zu gehen, er konnte planen und sich einen Vorrat anlegen - er hatte so bleibenden Besitz erworben. Mit Überschuss einzelner Güter entstand der Tauschhandel.

Frage: Hätte dies der Mensch gekonnt - ohne - seinen Hund, der den Besitz beschützt vor Diebstahl, Raub, Brand und Angriffe auf Habe und das Leben abwehrte?

Aus dem HIRTEN Mensch konnte der BAUER werden - aber nur, weil aus dem Jagdhund der Hirtenhund und aus dem Hirtenhund der Haushund geworden war.

Es ist wahr. heute lebt der Hund meist vom Menschen, aber jahrtausendelang lebte der Mensch vom Hund!

In diesen Worten spricht sehr viel Kenntnis über den Hund,
aber auch sehr viel Erbarmen mit der Kreatur: HUND.

…und dieses vor dreitausend Jahren

Nachdenkenswerter geschichtlicher Rückblick:
Euer W. Block, Elmstein 3. Okt. 1998

…weil‘s um die Kreatur Hund geht

VDH - Hundeführerschein - Prüfer


(AUSBILDER ZUM HUNDEHALTER • SCHAUTRAINER)
Lizenziert: Trainer, Obedience, Agility,
seit gepr. RTHF (1967)


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