Bernhardinerführerleine
Die Leinenführigkeit eines Bernhardiners kommt dadurch zum Ausdruck, dass sich der Vierbeiner neben seinem Halter an der Leine führen lässt, ohne an dieser zu zerren oder gezogen werden zu müssen. Leinenführigkeit ist Erziehungssache und sollte schon im Welpenalter angebahnt werden.
Die Leine hat vielfältige Funktionen und Wirkungen, die auf Anhieb oftmals nicht so einfach ersichtlich sind. So kann die Leine einerseits sowohl für den St. Bernhardshund als auch für den Hundeführer - zum Beispiel im Straßenverkehr - als schützend empfunden werden. Andererseits engt sie aber auch den Erkundungsraum des Vierbeiners ein. An einer Leine können Kräfte daher entgegengesetzt zerren, aber auch verbindend wirken.
Für den Bernhardiner kann die Leine vom Welpenalter an ein Anknüpfungspunkt für Nähe und Wärme sein oder als „Ausstellungsgerät“ positiv eingeordnet werden. Wird der Bernhardiner nun stets in ganz bestimmten Situationen angeleint, beispielsweise bei Begegnungen mit anderen Hunden, so kann die Leine einen Bedeutungswandel erfahren. Sie kann hier eine einengende und aggressionssteigernde Ausweich- und Fluchtbehinderung bedeuten. Durch die Verknüpfung der Ereignisse kann es in der Folge schon beim Anleinen zu einem angespannten Verhalten des Vierbeiners kommen.
Wir sollten deshalb darauf bedacht sein, dass die Leine für unseren Bernhardiner keinen negativen Bedeutungswandel erfährt.
Am allerwenigsten sollten Führer und Hund die Leine als alleinige Verbindung zueinander benötigen. Häufig ist jedoch die innere Bindung nicht ausreichend vorhanden, die eine derartige äussere <
Die Gründe, warum man glaubt, dass Bernhardiner an der Leine geführt werden müssen, sind vielschichtig:
Gefahren der Zivilisation wie auch zunehmend einengende Regeln der Gesellschaft sind daran beteiligt. Nicht selten ist Leinenzwang behördlich verordnet. Gerade der Leinenzwang verhindert jedoch, dass sich „anständige“- gegenüber Artgenossen und Menschen gut sozialisierte - Hunde so verhalten, wie sie es ohne Leine tun können. Es ist daher anzustreben, dass ein harmonisches Zusammenleben Mensch und Hund in immer mehr Bereichen öffentlich ohne Leinen praktiziert wird. Eine gute Sozialisierung und konsequente Erziehung unserer Hunde ist dafür eine entscheidende Voraussetzung.
