DER MENSCH, DEIN TREUER FREUND ?

Im Alter von drei Monaten gewinnt der junge Hund die Gewissheit: Der Mensch ist sein Freund. Aber das geschieht nicht instinktiv!

Wie immer seit Beginn der Domestikation ergreift der Mensch die Initiative. Gewöhnt daran, den ersten Schritt zu tun, streckt er die Hand aus zum neugeborenen Welpen, dessen Geruchsempfinden inzwischen erwacht ist, der bereits taktile Fähigkeiten besitzt und auch schon saugen kann. Der junge Hund schnüffelt an der Hand des Menschen, testet, wie sie sich anfühlt, und leckt daran, um zu erfahren, wie sie schmeckt. Er genießt die Wärme, die diese Hand ausstrahlt (er selbst erreicht seine endgültige Körpertemperatur erst mit 10 Lebenstagen). Er überlässt sich völlig der Handfläche oder schmiegt sich in den Handteller, glaubt, das sei der Körper eines seiner Geschwister. Bis zur dritten Lebenswoche kennt der Welpe keinerlei Angst und der Mensch flößt ihm absolutes Vertrauen ein. Die Hand ist das erste Bindeglied zwischen dem Hund und uns. Jeden Tag atmet er beim Wiegen diesen besonderen Geruch ein und schnüffelt mit der Nase daran, wie er es auch bei der nährenden Zitze macht. Aber die Hand des Menschen ist nicht das einzige Element, das er entdeckt. Da ist auch die Stimme des Halters, die der Welpe ab dem 21. Lebenstag, dem Beginn der Sozialisation, hört, Eine komplette Multimedia-Show! Wenn der Welpe diese sanfte und warme Hand zum ersten Mal in ihrer Farbe und ihrer Form sieht, ist er 17 Tage alt.

Das ist genau das Alter, in dem die konditionierten Kommunikationsreflexe des Welpen die ersten sozialen Interaktionen auslösen. Der Welpe reagiert beim Menschen wie bei seiner Mutter.

Noch unter dem Eindruck der vegetativen Phase benutzt er seine Stimme -er bellt mit 10 Tagen, hört aber sein eigenes Kläffen erst ab der 3. Lebenswoche -um den Halter für seine Wehwehchen zu sensibilisieren. Er winselt, und der Mensch fühlt sich gerufen. Das ist seine beste Waffe, die Verführungsmethode Nummer eins. Und der Mund? Leckt das Junge seine Mutter in den Winkeln ihrer Lefzen, als wolle es sie dazu bringen, Nahrung hervorzuwürgen, so ist auch das ein Zeichen der Unterwerfung und der Besänftigung. Der Hund, der seinem Menschen das Gesicht leckt, betrachtet dies als Freundschaftserklärung. Während der Welpe sich mehr und mehr die Regeln des Rudellebens assimiliert (zwischen der 4. und 7. Lebenswoche), wendet er auf den Menschen dieselben Kommunikations-Codes an und lässt sich dabei vom Rangordnungsschema leiten, bei dem es immer einen Dominanten und einen Rangniedrigen gibt. Mit 6 Wochen muss die Bindung fester geknüpft werden. Die Eroberung ist noch nicht vollendet. Die Angst vor dem Menschen stellt sich ein. Eine Reaktion, die man schon vorausgeahnt hat, als der junge Hund im Alter von 25 Tagen angesichts einer unbekannten Hand zurückwich. Angriffs- oder Rückzugsreflex, erschüttertes Vertrauen, usw. Die Sozialisierung scheint sich wieder aufzulösen. Das Spiel ist noch nicht gewonnen. Hier muss der Mensch, um sich die Freundschaft des Hundes zu sichern, großes psychologisches Geschick beweisen. Auf keinen Fall die Stimme erheben! Keine abrupten Bewegungen! Die Hand, die den ersten Kontakt hergestellt hat, muss auch freigebig streicheln. Das Schicksal des Hundes liegt in den Händen des Halters. Jetzt wird der junge Hund, auch wenn der Mensch sich entfernt hat, nicht mehr zweifeln. Er ist zehn bis zwölf Wochen alt. Die Freundschaft zwischen ihm und dem Menschen wird unverbrüchlich.

Anmerkung:
Die heute in rasantem Tempo sich ändernden wissenschaftlichen Umweltanforderungen für den heutigen BERNHARDINERZUCHTVEREIN fordern und setzen gleichzeitig bei jedem Hundeverein insbesondere der Nachwuchszüchter Praxiswissen voraus. Unsere Bernhardiner können nicht nur aufgrund wissenschaftlicher und formeller Umweltanforderungen gewünschten Genen gezüchtet werden.

VDH - Hundeführerschein - Prüfer


(AUSBILDER ZUM HUNDEHALTER • SCHAUTRAINER)
Lizenziert: Trainer, Obedience, Agility,
seit gepr. RTHF (1967)


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