Abschied nehmen von einem Freund
Nicht nur wir Hundehalter müssen den Tod unseres Hundes verarbeiten, auch Hunde wollen Abschied nehmen von einem Artgenossen, mit dem wir lange zusammengelebt haben.
Stirbt ein Haustier, trauern viele Menschen. Dies gilt besonders, wenn ein Hund stirbt, der dem Menschen sehr nahe stand. Viele Hunde werden 10 Jahre und älter, so dass die Gewohnheiten entstanden sind, die plötzlich fehlen. Ob es das leere Kissen ist oder das fehlende Tapsen der Pfoten, gerade diese Kleinigkeiten machen dem Menschen immer wieder bewusst, dass ein geliebter Begleiter gegangen ist.
Der Mensch kann diese Gefühle verarbeiten, indem er darüber spricht oder sich an Erlebtes erinnert. Vielleicht entsteht nach einiger Zeit der Wunsch, sich nach einem neuen Begleiter umzusehen, nicht um den alten zu ersetzen, sondern um sich noch einmal auf eine wunderbare Beziehung einzulassen.
Aber was, wenn weitere Hunde in der Familie leben? Was empfinden sie beim Tod des Hundefreundes? Wie sollte man als Mensch damit umgehen und wie den Abschied gestalten?
Dazu muss man wissen, dass für Hunde der Tod etwas ganz Natürliches ist. Er gehört zum Leben wie die Geburt. Hunde erleben, wie andere Hunde alt werden. Sie erkennen oft viel eher als wir Menschen,
dass ein Hund schwer erkrankt ist, da Sie sehr genaue Beobachter‚ sind. Auch wildlebende Hunde kennen den Tod durch Alter und Krankheit oder Unfall. Der wildernde Hund, der vom Jäger erschossen wird, der Streuner, der in eine Falle gerät oder vom Auto überfahren wird, Verletzungen durch andere Tiere der widrige Wetterbedingungen - das Leben draußen ist gefährlich.
Daher sollte der Mensch versuchen, mit dem Tod des Hundes so natürlich wie möglich umzugehen. Wenn der alte, schon lange kranke Hund auf einmal weg ist, kann dies dazu führen, dass die zurückgebliebenen Hunde nach ihm suchen. Ein junger Hund verlässt in der Natur manchmal das Rudel, kurzfristig oder auf Dauer, um sich z. B. ein eigenes Rudel zu suchen. Ein alter, kranker Hund, der plötzlich verschwindet ist jedoch nicht üblich. Daher sollte man Hunden immer die Möglichkeit geben, den toten Hundefreund noch einmal zu sehen.
Lassen Sie ihn Abschied nehmen
Wie der Ablauf beim Abschied gestaltet wird, hängt auch vom Verlauf der Krankheit bzw. des Altwerdens ab. Geht der Prozess eher langsam vor sich, sodass man sich irgendwann für eine Erlösung entscheiden muss, kann dies auch in der Wohnung geschehen. Doch mann sollte die anderen Hunde nicht bei der Einschläferung an sich zuschauen lassen. Man lässt sie erst danach zu ihrem alten Kumpel. Allerdings darf man keinen Hund zwingen, dorthin zugehen. Durch die feinen Sinne wissen Hunde auch aus der Entfernung Bescheid. Manchen Hunden genügt das schon, und sie verlassen den Raum. Andere wiederum gehen noch einmal hin, beschnüffeln den Freund intensiv und gehen dann erst. Auch wenn ein Hund z. B. durch einen Autounfall schwer verletzt wurde, kann man die Verbliebenen Abschied nehmen lassen. Für den Hund bedeutet ein entstelltes Gesicht oder ein zerquetschtes Bein nichts Dramatisches, sie werden dadurch nicht traumatisiert.
Hunde, die sich nicht von einem Rudelmitglied verabschieden konnten, zeigen oft lange andauerndes Suchenverhalten. Aber auch wenn sich ein Hund verabschieden konnte, können sich nach seinem Tod Probleme ergeben. War der verstorbene Hund der souveräne, gelassene Partner, kann der Zurückgebliebene in der Folgezeit unsicheres, ängstliches Verhalten zeigen. Daher ist es wichtig, dass der Mensch für jeden seiner Hunde genau diese leitende Position übernimmt. Nur wenn jeder Hund den Menschen als souveränen Sozialpartner ansieht, wird es beim Tod eines Hundes diesbezüglich keine Probleme geben. Deshalb sollte man bei Mehrhundehaltung immer wieder etwas einzeln mit jedem Hund unternehmen. Nur so lernen sie sich auf den Menschen zu verlassen.
